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Interview mit Jacek Gleba Puig Mit seiner Masterkollektion an der renommierten Central Saint Martins (UAL: University of the Arts London) untersucht Jacek Gleba, Absolvent des Modedesign-Studiengangs, die Schnittstelle zwischen Tanz, Intimität und Queerness im Alltag. Inspiriert vom Tagebuch des legendären Choreografen Vaslav Nijinsky werden Bewegungen, Emotionen und persönliche Einträge zu tragbaren Manifestationen gelebter Erfahrungen. Die Kollektion stellt die Frage: Wie können wir im Alltag queer aussehen – jenseits der Nacht, jenseits von Partys und Performances? Jedes Stück schafft einen Dialog zwischen Körper, Raum und Identität, zwischen Spannung und Entspannung, Offenheit und Schutz. Es wurden ausschließlich biologisch abbaubare Stoffe verwendet, darunter Wolle, Deadstock-Seide, Bambus-Jersey und Gummibänder aus Naturkautschuk, letztere von CHARLE. Wir haben Jacek ein paar Fragen gestellt.
Naturkautschuk und die gegenwärtigen Herausforderungen Als Mitgiedsunternehmen bei Fair Rubber e.V. haben wir in diesem Jahr Grund zur Freude und möchte diese teilen, denn: Die Abnahmemengen fairen Kautschuks sind von 2021 bis 2024 um 1.400 % gestiegen. In Volumen ausgedrückt, waren es in 2021 noch 350 t und in 2024 bereits 5.000 t. Für 2025 prognostiziert der Verein 5.600 t fair gehandelten Kautschuks. Fair Rubber verbessert die Arbeits- und Lebensbedingungen der Erzeuger:innen und den nachhaltigen Anbau von Naturkautschuk. Mitglieder von Fair Rubber e.V. zahlen pro Kilogramm Kautschuk eine Fair-Trade-Prämie an die Produzent:innen. So sichert das Kautschuk-Siegel von Fair Rubber einen fairen Handel und eine umweltschonende Produktion von Kautschuk. Trotz der positiven Entwicklung innerhalb des Fair Rubber Kosmos’ gibt es dennoch echte Herausforderungen in den nachhaltigen Kautschuklieferketten, wie etwa Klimawandel, Preisdruck, Geopolitik, Complianceanforderungen.
Manchmal beginnt Veränderung mit etwas so Kleinem wie einem elastischen BH-Träger. Zusammen mit der Lenzing AG stellen wir eine neue Generation plastikfreier Textilbänder vor: vollständig kompostierbare, elastische Bänder aus TENCEL™ Lyocell, TENCEL™ LUXE Filamentgarn und Naturkautschuk. Mit dieser Kooperation erreichen wir eine nächste Stufe auf dem Weg zur Erreichung unserer Ziele: die Entwicklung und Produktion von vollständig regenerativen Schmalgeweben. Foto: © TencelTM x CHARLE Berlin
Wir haben ihn uns wieder geholt – den 3. Platz des Green Buddy Awards in der Kategorie Einzelhandel. Der Green Buddy Award ist ein Nachhaltigkeitspreis, der vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg in Berlin, zusammen mit der Wirtschaftsförderung, vergeben wird. Er richtet sich an Unternehmen, Projektgruppen und Privatpersonen, die sich durch besonders ökologische Ideen, innovative Konzepte und nachhaltiges Engagement hervortun – entweder im Bezirk selbst oder berlinweit. Foto: ©: Julia Merkel
Wir freuen uns sehr: Mit unseren elastischen Bändern aus organischen und biobasierten Materialien wurden wir als Finalist des Biopolymer Innovation Award ausgezeichnet. Die Jury würdigt damit innovative Produktlösungen im Bereich nachhaltiger Polymere. Eingereicht haben wir neben unserer Bewerbung, verschiedene Varianten unserer plastikfreien, elastischen Schmaltextilien – entwickelt für langlebige und kreislauffähige Anwendungen in der Textilindustrie.
Jedes Kleidungsstück hat ein Ende – aber was passiert danach? Die meisten Textilien landen als nicht recycelbarer Müll in der Verbrennung oder auf Deponien. Der Grund: Mischmaterialien, Plastik, synthetische Farben. Mit CHARLE verfolge ich einen anderen Weg: 100 % kreislauffähige Elastikbänder, frei von Plastik, hergestellt aus Naturfasern. Was wir der Erde entnehmen, soll auch dorthin zurückkehren können – ohne Rückstände. Denn Kreislauffähigkeit ist kein Trend. Sie ist die einzige Zukunft für eine Modebranche, die wirklich nachhaltig sein will. In diesem Beitrag zeige ich, warum halbe Lösungen nicht reichen – und was wir anders machen müssen, wenn Mode Teil der Natur werden soll.
Nachhaltige Mode ist in aller Munde. Fast jedes Label hat mittlerweile eine grüne Linie, verwendet Bio-Baumwolle oder wirbt mit recycelten Materialien. Aber was steckt wirklich dahinter? Was bringt die beste Baumwolle, wenn Plastikfäden unsichtbar mitverarbeitet werden? In diesem Beitrag erzähle ich, warum echte Nachhaltigkeit nicht bei Stoffen beginnt – sondern bei unbequemen Fragen. Ich nehme dich mit auf meine Reise als Brückenbauerin in der Modebranche, als jemand, der nicht aufhört, weiterzudenken. Denn wahre Veränderung entsteht nicht durch Trends – sondern durch Haltung.
Als Gründerin von CHARLE entwarf ich nicht nur nachhaltige Kindermode – ich stellte auch die scheinbar einfache Frage: „Was steckt eigentlich im Elastikband?“ Die Antwort war schockierend: Plastik. Doch statt aufzugeben, entwickelte ich das weltweit erste plastikfreie Elastikband – und inspirierte damit eine ganze Branche.
Wir wollten herausfinden, ob sich unsere elastischen Bänder aus Naturmaterialien innerhalb eines Jahres vollständig im Boden abbauen – ein entscheidendes Kriterium für Kompostierbarkeit. Dafür haben wir eines unserer Produkte einem umfassenden Praxistest unterzogen. Mit der Unterstützung einer Wurmfarm in Österreich konnten wir diesen Versuch erfolgreich durchführen.
Wir haben Grund zu feiern – gleich zwei Awards für uns! Fairness First Award und Unternehmer der Zukunft Award vom Deutsches Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung